Binz. Gabriel Fauré (1845 – 1924) gehört hierzulande zu den unterschätzten Komponisten. Ganz zu Unrecht! An der Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert zählte er zu den prägenden Persönlichkeiten des französischen Musiklebens. Vom gleichen Range wie seine Landsleute Maurice Ravel und Claude Debussy. Mit einer Soirée würdigte die Stralsunder Brahmsgesellschaft am Pfingstsonnabend im Marmorsaal des Jagdschlosses Granitz dessen Schaffen und lud die versammelten Konzertbesucher zu einer Werkschau der besonderen Art ein.

Ausgehend von dem frühen Stück „Nach einem Traum“ op. 7/1 für Violoncello und Klavier zogen Friederike Rann (Violine), Hendrikje Meier (Viola), Dmitri Ilnitzki (Violoncello) und Jens Hoffmann (Klavier) mit ihrem Auftritt eine spannende Linie aus Duowerken verschiedener Wegbegleiter seiner Zeit, die mit dem 2. Klavierquintett in g-Moll op. 45 des Komponisten ausklang. Der Reiz der zusammengestellten Literatur bestand nicht allein in der Klangschönheit des Vorgetragenen, sondern auch in dem indirekten Herausstellen der Beziehungen der ausgewählten Komponisten untereinander.

Leitete Gabriel Fauré ab 1895 Jules Massenets Kompositionsklasse am Pariser Konservatorium, so zählen Charles Koechelin und Maurice Ravel zu dessen bedeutendsten Schülern. Von Letzterem erfreute das Publikum die „Pièce En Forme De Habanera“ und erhielten die Spielenden für die feurig dargebotene Konzertrhapsodie „Tzigane“ sogar ein kräftiges Bravo. Hier wie auch bei Jules Massenets „Meditation“ aus Thais und der „Elegie“ von Gabriel Fauré stellten die Auftretenden ihr technisches Können ganz in den Dienst der Musik und sorgten so für einen gehaltvollen Vortrag anstelle einer bloßen Demonstration ihres instrumentalen Könnens. Dadurch erhielt das abendliche Repertoire die notwendige Poesie, eine anmutige Größe und den richtigen Geist.

Und was bereits in der Duobesetzung gelang, begeisterte spielend im Quartett. Natürlich nicht ohne lange anhaltenden Schlussbeifall und einen bunten Strauß farbenfroher Blumen.